Stadtforst Fürstenwalde

Der Stadtforst Fürstenwalde befindet sich ca. 60 Kilometer östlich von Berlin und umfasst mehr als 4.700 ha Wald, wovon 90% aus Nadelhölzern und rund 10% aus Laubwald bestehen. Er liegt, wie der Name schon vermuten lässt, um die Domstadt Fürstenwalde/Spree und hat eine Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht. So hat der Name der Stadt Fürstenwalde wohl seinen Ursprung in einer fürstlichen Stadtgründung im Wald.
Da sich um die Stadt nur wenig fruchtbares Ackerland befand, hatte der Wald für die Versorgung der Stadt auch eine große wirtschaftliche Bedeutung. Neben Holzwirtschaft und Jagd spielte früher auch der Honig eine große Rolle. So besaß die Stadt 1589 in ihren Wäldern 187 Bienenstöcke. Die Gewinnung von Holzkohle und Teer bzw. Pech war für vielseitige Verwendungen ein weiterer Wirtschaftsfaktor. 
Schon in den frühesten Waldbeschreibungen tauchen die alten Namen der drei großen Reviere auf und noch heute bilden der Beerenbusch, die Kleine und die Große Heide den Kern des Stadtwaldes.

Heute kümmern sich sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Leitung des Stadtforstdirektor Herrn Thomas Weber um den Wald. Dabei geht es vor allem um die

  • die gleichberechtigte Nutzung und Entwicklung der ökonomischen, sozialen und ökologischen Komponenten im Stadtwald
  • eine erwerbswirtschaftliche Ausrichtung aller Tätigkeiten zu Erhaltung der kommunalen Selbstverwaltung des Stadtwaldes
  • den ökologischen Schutz und die Erhaltung von Lebensraum für Pflanzen und Tiere
  • die Erholung und Freizeit für die Bürger und Gäste der Stadt, sowie
  • Aktionen und Initiativen für kommunale, kulturelle und bildungsrelevante Veranstaltungen in Kooperation mit verschiedenen Partnern und kommunalen Einrichtungen


Naturschutz

Zum Stadtforst Fürstenwald gehören auch zwei Naturschutzgebiete:

Im Revier Beerenbusch liegt das gleichnamige Naturschutzgebiet Beerenbusch. In diesem Gebiet findet man naturnahe Stieleichen-Hainbuchen sowie Erlenbruchwälder auf insgesamt 70 ha. Der Schutzzweck ist die Erhaltung dieser Stieleichen-Hainbuchenwälder in denen neben den genannten Baumarten noch eine Vielzahl von weiteren Baum- und Straucharten vorkommen.

Das Große Fürstenwalder Stadtluch mit naturnahen Moor- und Bruchwäldern umfasst eine Fläche von ca. 59 ha. DAs Naturschutzgebiet ist auch als Flora-Fauna-Habitat Gebiet der Europäischen Union eingetragen. Dieses Naturschutzgebiet liegt im Revier Kleine Tränke, dessen Schutzziel die Erhaltung der Niedermoorstandorte ist.

Jagd

Der Stadtforst Fürstenwalde setzt auf das alternative zielorientierte Jagdkonzepte. Es synchronisiert die Jagdzeit für alle Wildarten und wird auf zwei Intervalle im Jahr konzentriert, in denen das Wild sehr aktiv ist, die Sichtbedingungen im Wald durch das Fehlen von Vegetation maximal sind und die Tiere einer nachhaltigen Wildbretnutzung zugeführt werden können. 

Seit dem Jagdjahr 2013 wird in den Verwaltungsjagdbezirken bei Ansitz- und Einzeljagden nur noch bleifreie Munition verwendet.

Tiere, die von Förstern und Jägern des Stadtforstes erlegt wurden, werden dann in einer der drei Wildkühlzellen des Stadtforstes aufgebrochen und in der Decke, also mit Fell, gekühlt. In den Kühlzellen erfolgt auch die Fleischreifung. Im Anschluss holen die Metzger von Gut Hirschaue das Wild mit einem Kühlanhänger ab und das Fleisch wird auf Gut Hirschaue zerlegt und weiter verarbeitet. Die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden regionalen Betriebe besteht bereits seit mehr als 20 Jahren und ist auch für MeinekleineFarm ein indiziert für transparente Erzeugung vom Wald bis auf den Teller.  

 

 
Rehkeule mit Knochen
Rehkeule mit Knochen

Rehkeule mit Knochen