Namibischer Besuch bei Gut Hirschaue oder die Fleckvieh-Connection

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Landwirtschafts-Delegation aus Namibia zu Besuch bei Meine kleine Farm und Gut Hirschaue

Anlässlich der Grünen Woche 2019 und der internationalen Agrarministerkonferenz in Berlin war eine Delegation aus Namibia für einige Tage in Deutschland, um sich ein Bild von der hiesigen Landwirtschaft zu machen und Kontakte zu knüpfen.

Namibia ist ein riesiges, sehr dünn besiedeltes Land mit viel Wild und einer großen Jagdtradition. Rückgrat der namibischen Landwirtschaft ist die Viehzucht. Auf den weiten Flächen werden Rinder gehalten: sehr extensiv und 365 Tage im Jahr im Freiland. Viele Rinder sind Fleckvieh: eine alte Doppelnutzungsrasse, die gutes Fleisch, aber auch Milch liefert. Dank ihrer Robustheit findet sie mittlerweile weltweit ihr Zuhause. In Namibia fressen die Rinder nur, was die Weiden hergeben. Eine Extraportion Kraftfutter fällt also aus. Deswegen braucht jedes Tier mehrere Hektar Land, um satt werden zu können. Das geschmackvolle Fleisch dieser extensiv gehaltenen Tiere ist (noch) ein Geheimtipp unter Genießern.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat die Delegationsreise organisiert. Sie hat nicht lange gezögert und bei MeinekleineFarm angefragt, wo man denn Bio-Freiland-Betriebe besichtigen könnte.

Gut Hirschaue, Freilandhaltung, Öko-Wildhaltung, märkisches Sattelschwein

Klar, dass wir unseren Freiland-Partnerbetrieb Gut Hirschaue empfohlen haben. Denn Bauer Henrik Staar betreibt schließlich Deutschlands größtes Öko-Wildgehege. Bei schönstem Winterwetter zeigte er den namibischen Landwirten, Verbandsvertretern und politischen Akteuren seine Tiere und die Fleischerei. Im Anschluss tischte Henrik noch den „Hirschaue-Teller“ mit Brandenburger Wildspezialiäten auf: Rothirsch-Rücken gegrillt, geschmorte Rehkeule, Hirschbuletten und Bratwurst, dazu Kartoffeln und Winterkohl. Und bei diesem Festschmaus kamen alle ins Plaudern und Fachsimpeln.

Besonders interessant wurde es, als wir darüber sprachen, dass vor rund 125 Jahren deutsche Siedler Rinder der Rasse Simmental, auch Fleckvieh genannt, in die damalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika brachten. Die Rasse spielt auch heute in Namibia eine große Rolle. Dort entwickeln sie sich prächtig. Was das mit Brandenburg zu tun hat? Nun, unser Partnerbauer Christoph Hansel, der auf die Zucht von Simmental-Rinder spezialisiert ist und seine Tiere bei Gut Hirschaue verarbeiten lässt, hat Fleckvieh-Gene aus Namibia in seine eingekreuzt. So sollen seine Rinder besser mit den trockenen Böden der Mark Brandenburg zurechtkommen. Und so schließt sich der Kreis bei der Fleckvieh-Conection ;)


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