Investition bei MeinekleineFarm.org: Rückenwind fürs neue BeWurstsein!

Beim Geldverdienen stehen wir uns manchmal selbst im Weg: Denn statt einfach nur möglichst viel Fleisch möglichst effizient zu verkaufen, kleben wir Aufkleber der einzelnen Tiere auf die einzelnen Produkte, lassen die Tiere einzeln schlachten und verarbeiten und kaufen sie teuer bei Landwirten, die sie gut behandeln.

Dass MeinekleineFarm.org in den letzten sieben Jahren nicht exponentiell gewachsen ist, liegt aber nicht nur daran, dass „mehr“ und „schneller“ nicht leicht mit „Für ein neues BeWurstsein“ vereinbar sind. Es liegt auch an uns.

In meinem Studium zum Master of Public Policy entstand die Idee, das Problem des zu hohen Fleischkonsums („Klimakiller“ Nr. 1, Tierhaltungsehtik etc.) anzugehen, indem man bei den Konsumenten für ein neues BeWurstsein sorgt – indem man ihnen die Tiere zeigt, die sie essen. Und indem man klar macht, dass man beim Konsum Verantwortung trägt und dafür sorgen kann, dass die Tiere zumindest ein gutes Leben hatten. Weniger Fleisch – mehr Respekt, das fand sogar der Vegetarierbund Deutschland gut und lud mich damals zu seiner Jahrestagung auf ein Podium ein.

Weil wir daran glauben, dass die Welt auch mit Wurst gerettet werden muss.

MeinekleineFarm.org sorgte auch in der Presse für breite Aufmerksamkeit, und so stand unser kleines Team damals vor der zumindest kommunikativ erfolgreichen Idee und fragte sich: Wer kümmert sich um weitere Bauern? Wie kommen wir an neue Metzger und Produkte? Wie lässt sich der Frischfleisch-Versand optimieren? Wer entwickelt den Online-Shop weiter? Und so weiter und so fort.

Schwein 2 und Präsident Wulff
Als Schwein 2 auf Augenhöhe mit dem damaligen Präsident Wulff war. 


Wir hatten alle Jobs, mit denen wir unser Geld verdienen mussten und nicht genug Kapital, als dass wir uns über MeinekleineFarm.org vollzeit hätten versorgen können. Die Folge: Wir als Kernteam haben den Laden nur nebenbei und ohne uns dabei selbst zu finanzieren, am Laufen gehalten. Die wenigen Angestellten waren immer vor allem von ihrer Motivation, die Welt mit Wurst zu verbessern, getrieben und dabei unterbezahlt. Deshalb kam MeinekleineFarm.org nie so richtig aus dem Quark, konnte aus Mangel an Ressourcen nicht wachsen.

Wir sind ohne Fremdkapital gestartet und anfangs aus uns selbst heraus organisch gewachsen. Doch im Laufe unserer Entwicklung kamen wir an eine Stelle, an der wir die nächsten entscheidenden und dadurch auch größeren Schritte aus eigener Kraft nicht mehr gehen konnte. Konkret: Wir hatten nicht genug Geld, um weitere BeWurstseinsverbreiter anzustellen, die den Online-Shop weiterentwickeln, die neue Bauern als Partner gewinnen, die neue Kunden gewinnen. Wir haben MeinekleineFarm.org lediglich am Leben erhalten – und wollten nicht aufgeben. Weil der Umsatz für die Selbsterhaltung auf diesem Niveau gerade so gereicht hat. Und weil wir an unsere Idee und die Notwendigkeit, die Welt mit Wurst zu retten, glaubten.

Die Idee funktioniert. Sie braucht nur neuen Schub

Wir haben hier und da versucht, Investoren zu finden. Dabei mussten wir zunächst viel Zeit investieren, mussten Businesspläne schreiben, Präsentationen bauen und Leute finden, die sich unser Anliegen anhören. Lange Zeit hatten wir damit keinen Erfolg.

Als wir schon ans Aufgeben dachten, hat unser damaliges Ferkel, Aushilfe Micha, dann mit seinem Freund Claudio gesprochen. Hat ihm erzählt, wie wichtig es ist, Alternativen zum Konsum massenhaft industriell produzierten Fleisches zu bieten. Es gibt sie ja noch, die kleinbäuerliche Landwirtschaft und die Bauern, die ihre Tiere in Ruhe und mit Wertschätzung groß ziehen. Ebenso die handwerklichen Familienmetzgerein, denen es um Regionalität und Qualität geht und nicht um Masse und Marge. MeinekleineFarm.org mit Bauer Schulz oder Bauer Staar, deren Freilandhaltung und den nur wenige Kilometer entfernten Metzgereien waren der Beweis dafür. Die Idee funktioniert. Sie braucht lediglich neuen Schub.

Und so lud uns Claudio, der schon damals überzeugt davon war, dass wir mehr Alternativen zur massenhaften Lebensmittelproduktion brauchen, zu sich nach Kassel ein. Von dort aus betreibt und optimiert er mit seiner pure.energy GmbH Windparks, nachdem er über 15 Jahre Erfahrung in der Planung, im Bau und in der Betriebsführung von Wind- und PV-Anlagen gesammelt hat.

Sie haben sogar die Blutsuppe probiert…

Wir konnten uns vom ersten Moment an gut riechen. Sympathisch und sehr professionell bewertete Claudio unsere Wachstumspläne. Im Frühjahr 2018 standen wir dann am Zaun des großen Schweineackers von Gut Hirschaue: Bauer Henrik Staar erklärte Claudio und seiner Frau Jenni bei eisigem Wind, warum Kreislaufwirtschaft besser für die Böden ist und, dass die Schweine mit ihren Rüsseln jene Äcker umgraben, auf denen zuvor Futterpflanzen wuchsen. Claudio sah mit eigenen Augen, wie gut es den Schweinen in der Freilandhaltung geht – und geschmeckt haben sie bei der Verkostung in Henriks warmer Gaststätte auch sehr gut. Claudio und Jenni haben sogar den Schweinetee probiert. (Schweinetee ist übrigens die Brühe, die beim Brühen der frischen Blutwurst entsteht.)

Mit Claudio bei Hirschaue
Zünftiges Investorenessen bei Gut Hirschaue. Claudio ist der zweite
von rechts, daneben Jenni, sie braucht noch Soße für die Kartoffeln.


Nach Claudios „Ja, ich will“, haben wir uns an den Papierkram gemacht: Verträge aufsetzen, neue Gesellschafter aufnehmen, Umfirmierung von der UG zur GmbH. Unzählige Male saßen wir zusammen beim Notar, bist Claudios Investition und Beteiligung offiziell war.

Jetzt freuen wir uns um so mehr über Claudio als großen Unterstützer, der an das Potential von MeinekleineFarm.org glaubt. Jetzt liegt es aber auch an uns, den finanziellen und Vertrauensvorschuss zu nutzen und MeinekleineFarm.org auf die nächste Stufe zu heben. Wir sind uns der Verantwortung beWurst und geben bereits Gas – sei es bei der SEO-Optimierung, beim Trommeln in den sozialen Medien oder bei der Akquise neuer Metzger und Bauern. Und erste Erfolge stellen sich tatsächlich ein. Nicht nur werden wir bald Bisonfleisch anbieten. Wir haben mit Volker Woltersdorff auch einen weiteren neuen Partnerbauern gewonnen.

Dank euch haben mehr Nutztiere ein würdevolles Leben!

Unterm Strich wird es darauf ankommen, dass wir es schaffen, unsere Reichweite zu erhöhen, dass wir neue Kunden und Unterstützer gewinnen – damit wir uns nach dem Schritt, den wir jetzt gehen, aus eigener Kraft weiterentwickeln können. Denn je mehr Menschen wir vom neuen BeWurstsein überzeugen können, desto besser geht es der Umwelt, den Tieren und jenen Bauern und Metzgern, die aus der Überzeugung handeln: Weniger Fleisch, mehr Respekt! 

PS: Besonders dankbar sind wir Dir, sind wir all unseren treuen Kunden, die regelmäßig Fleisch und Wurst bei uns kaufen. Damit zeigt ihr unserer Gesellschaft nicht nur, dass ein besserer, ein wertschätzender Fleischkonsum möglich ist. Ihr ermöglicht auch, dass wir von MeinekleineFarm.org das neue BeWurstsein verbreiten können, ihr unterstützt damit direkt kleine Bauern und Metzger, und dank euch haben mehr Nutztiere ein würdevolles Leben.


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  • Christian

    Die Ökobilanz… ich bin fast sicher, das die in der Gegenüberstellung zur konventionellen Viehhaltung und -mast trotzdem deutlich positiv ausfällt.

    AAAber: Wichtiger ist mir das gute Leben von Tier, Bauer, Metzger, Vermarkter und Verbraucher! Und es schmeckt so klasse! Meine Frau ist immer extrem neidisch (Sie hat leider eine Allergie, die es ihr unmöglich macht, Fleisch zu essen)
    Und ich hoffe, dass das Modell vielleicht Schule macht, woanders nochmal entsteht, und damit die Entfernungen weiter sinken.

    Bitte macht weiter, gut finde ich auch die Vorschau, so kann man planen.

    Gruß
    Christian aus Rheinstetten

  • Michael

    Hallo Rolf,
    danke für deine Unterstützung. Das stimmt, der Versand geht natürlich über die sonst regionale Produktion mit kurzen Wegen hinaus, aber unsere Pakete versenden wir mit GOGreen CO2 neutral und du hast die Möglichkeit, die Isolierverpackung und Kühlakkus an uns zurückzuschicken. Auch wieder CO2 neutral und auf unsere Kosten. So sparen wir Verpackungsmaterial und können Ressourcen schonen. Ahoink, Micha von MKF

  • Michael

    Hallo Rolf,
    danke für deine Unterstützung. Das stimmt, der Versand geht natürlich über die sonst regionale Produktion mit kurzen Wegen hinaus, aber unsere Pakete versenden wir mit GOGreen CO2 neutral und du hast die Möglichkeit, die Isolierverpackung und Kühlakkus an uns zurückzuschicken. Auch wieder CO2 neutral und auf unsere Kosten. So sparen wir Verpackungsmaterial und können Ressourcen schonen. Ahoink, Micha von MKF

  • Rolf Mueggenburg

    Ich freue mich über jeden Newsletter den ich von Euch bekomme. Bisher habe ich noch nie bbestellt. Ich zögere, da der Versand von Berlin nnach Hessen die Oekobilanz ja irgendwie wieder ddurcheinander bringt – oder?
    MfG Rolf Mueggenburg

  • Rolf Mueggenburg

    Ich freue mich über jeden Newsletter den ich von Euch bekomme. Bisher habe ich noch nie bbestellt. Ich zögere, da der Versand von Berlin nnach Hessen die Oekobilanz ja irgendwie wieder ddurcheinander bringt – oder?
    MfG Rolf Mueggenburg


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