Erntezeit

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Auch, wenn Josi im Hintergrund weiterhin für die Textarbeit bei Meine kleine Farm zuständig ist, so betreut sie hauptamtlich seit April diesen Jahres als Öko-Landwirtin die Flächen der FINC Foundation im Biosphärenreservat Südost Rügen. Nachdem der Acker in den vergangenen Monaten gehegt und gepflegt wurde, ist es nun endlich so weit. Die Erntezeit hat begonnen und Josi berichtet von ihren Erfahrungen.

Der Raps macht den Anfang

Als erstes durfte in der vergangenen Woche der Raps unter das Messer. Dabei wird der Erntezeitpunkt einer Kultur vom Feuchtigkeitsgehalt der zu erntenden Früchte, in diesem Fall der Rapskörner, gemacht. Als wir bei 11 % Feuchte angelangt waren ging alles ganz schnell. Der Landmaschinenhandel wurde angerufen, dass der Raps reif ist, denn mit dem hatten wir vorher vereinbart, dass er unseren Raps drischt. Einen eigenen Mähdrescher haben wir noch nicht. Die Investitionen für den Kauf eines solchen Gerätes sind immens. Selbst dann noch, wenn man sich für die kleinere Variante entscheidet, die in meinen Augen immer noch riesig ist.

Der eigentliche Mähdrusch ging ganz fix und dauerte bei ca. 4 Hektar Raps nur eine Stunde. Mähdrusch bedeutet übrigens, dass die Pflanzen im gleichen Arbeitsgang geschnitten und ausgedroschen werden. Also das Erntegut aus den Kapseln, Ähren oder Schoten heraus geschüttelt und gepustet und das dabei entstehende Stroh im Mähdrescher gehäckselt und dann zurück auf den Acker geblasen wird, wo es als Futter für die Regenwürmer verbleibt. Danach wurde der Raps, der noch eine Vielzahl an Beikräutern enthalten hat, auf Hänger verladen und zu einer zentralen Annahmestelle für die Ernte gebracht.

Bei uns darf das Beikraut bleiben

Dass unser Raps so viele verschiedene Samen anderer Kulturen hat, ist übrigens ungewöhnlich. Eigentlich möchte man auf einem Rapsacker auch nur Raps stehen haben. Doch wir bei FINC machen einiges anders und tolerieren die Beikräuter in einem gewissen Umfang, um so auf unsere ganz eigene Weise gegen ausgeräumte Landschaften anzugehen und die Biodiversität auf dem Acker zu erhöhen. Im Nachhinein muss der Fremdbesatz allerdings aufwändig heraus gereinigt werden. Das macht die Sache sehr arbeitsintensiv und schlägt sich am Ende in einem höheren Produktpreis nieder. Doch wir denken, dass sich die Mühe lohnt.

Sollte das Wetter weiter so warm und sonnig bleiben, wird in der kommenden Woche als nächstes der Roggen, Backmohn, Leinsamen und Leindotter gedroschen. Hierfür werden wir den Mähdrescher eines befreundeten Landwirtes auf Rügen benutzen dürfen.


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