"Die letzte Sau" - ein beWurstes Kino-Erlebnis!

Was geschieht, wenn die bäuerliche, handwerkliche, ländliche Idylle zerstört wird? Im Kinofilm "Die letzte Sau" lässt Filmemacher Aron Lehmann seine Protagonisten Metzger Willi und Bauer Huber mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Großbetriebe anrennen. Der Streifen kombiniert praxisnahe Bilder aus der Schweinehaltung mit einer gehörigen Portion Absurdidät und Humor. Ein beWurstes Filmerlebnis und die wohl erste Filmkritik bei MeinekleineFarm.org! 

Der handwerklich und respektvoll schlachtende Metzger Willi macht Pleite und verzweifelt. Den wirtschaftlich ebenfalls akut bedrohten Huber-Hof macht ein Meteoriteneinschlag physisch platt. Während Willi schon früh seinen Kampf aufgeben muss, packt Bauer Huber alles zusammen, was ihm noch bleibt - Motorrad, Gewehr, die letzte Sau - und startet seinen Roadtrip gen Großmastbetriebe, gen Brandenburg.

Wer noch nie bei einer handwerklichen Schlachtung dabei war, für den bietet "Die letzte Sau" realistische Einblicke: Willi ("ein Vieh ist ein Vieh - wie der Mensch auch") schlachtet die Schweine mit Elektroschock und Kehlenstich, so wie Metzger Zimmermann die Schweine von Bauer Schulz für Meine kleine Farm. Demgegenüber fängt der Film die grausame Tötung von überschüssigen Ferkeln in einem Großbetrieb ein.

Aber auch die Kastration der Ferkel auf dem Huber-Hof ("Das alles für ein paar Wienerle") wird gezeigt. So bewahrt der Film einen differenzierten Blick und romantisiert die traditionelle kleinbäuerliche Idylle nicht allzu sehr.

Aron Lehmann konterkariert diese Bilder mit dem absurd-verzweifelten Roadtrip von Bauer Huber und seiner Sau im Seitenwagen des alten Motorrads. Huber trifft auf weitere Opfer des Agrobusiness, er befreit Tiere aus Massenställen, er schafft sogar so etwas wie eine Bewegung. Dahingestellt, ob er mit seiner Form des Protests Erfolg hat. So geht's jedenfalls nicht weiter.

 

Bilder und weitere Infos:

http://www.drei-freunde.de/avada_portfolio/die-letzte-sau//

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