Dennis und sein Projekt

Ich habe MeinekleineFarm.org im Rahmen meines Master-Studiums an der Humboldt Viadrina School of Governance (HVSG) entwickelt. Dort lernte ich berufsbegleitend (ich arbeite noch im betterplace lab) sehr viel über Public Policy. Was das ist, zeigt sich ziemlich gut an MeinekleineFarm.org: Public Policy bedeutet im übertragenen Sinn, dass die Zivilgesellschaft, also Du und ich, auch mal politisch handelt statt nur zu lamentieren.

Deshalb müssen sich alle Studenten der HVSG mit einem Projekt bewerben, mit dem sie ein politisches Anliegen praktisch umsetzen wollen. Ich als Public setze Policy um, die sich um reduzierten Fleischkonsum bemüht. Was Politik genau ist, weiß keiner so genau, aber es geht meist um die Verteilung knapper Ressourcen. So ist MeinekleineFarm.org politisch, weil durch Fleischkonsum sehr viele natürliche Ressourcen verbraucht werden (Fläche, Energie (auch fossile durch künstlichen Stickstoffdünger für die Pflanzen, welche von den Masttieren gefressen werden), Luft (muss klimaschädliche Flatulenzen der Tiere aufnehmen). Ich denke, diese Ressourcen können für unsere Gesellschaft auf bessere Art und Weise genutzt werden (Fläche zum Ausruhen, Luft zum Durchatmen, für Urwaldschönheiten, o.ä.).

Hier, äh, erkläre ich das in einem, äh, Vortrag auf dem betterplace lab together:

Ebenfalls politisch ist die ethisch problematische Geschichte mit der Massentierhaltung. Dabei kommt auch schnell Verantwortung ins Spiel: Muss die Politik Gesetze erlassen, um den Hersteller zu freundlicheren Methoden zu zwingen? Liegt es in der Verantwortung der Politik, dem Verbraucher transparent zu machen, wie das konventionelle Fleisch im Discounter hergestellt wurde? Oder ist der Verbraucher Schuld, der es eigentlich gar nicht wissen will? Ich habe auch meine Masterarbeit über MeinekleineFarm.org geschrieben, die man sich hier angucken kann.

Ich möchte jedenfalls mit MeinekleineFarm.org zeigen, dass hinter jedem Fleisch ein Gesicht steckt. Das regt den Fleischesser vielleicht zum Nachdenken an. Und weil man den Schweinen von Bernd und Hanno (s.u.) durchaus ein glückliches Leben unterstellen kann, denkt sich der Kunde von MeinekleineFarm.org vielleicht: "Mensch, lieber verzichte ich auf komische Discounter-Fleisch und esse nur ab und zu das gute von MeinekleineFarm.org".

Gewonnen hätte ich aber nicht mit dem Verkauf von Wurst mit Gesicht. Gewonnen hätten wir alle, wenn sich die Botschaft – WENIGER FLEISCH. MEHR RESPEKT! – weiter verbreitet und möglichst viele Menschen entsprechend bewusst Fleisch essen.

Während meine Partnerbauern Bernd Schulz und Hanno Offen die Schweine fütteren, nähre ich das Thema mit allerlei Inhalten, Zahlen, Infografiken und Fundstücken auf dem Netz und verbreite all das vor allem über facebook und twitter. Auf dem Slideshare-Kanal von MeinekleineFarm.org finden sich erste Präsentationen, und bei Xing stehen die Stationen meines Lebenslaufs.

Weil wir bei MkF Transparenz nicht nur beim Fleisch toll finden, haben wir das Wurstkostengeflecht einmal vereinfacht zusammengefasst:

P.S.: Ich arbeite auch noch im betterplace lab. Bitte seht mir nach, wenn sich MeinekleineFarm.org in kleinen Schritten entwickelt.

P.P.S.: Ein großes Dankeschön an alle, die mir bei MeinekleineFarm.org helfen.