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Warum MeinekleineFarm.org?

Schon im 16. Jahrhundert sagte Paracelsus: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Und so ist auch Fleisch an sich kein Problem, aber wenn die Dosis zu hoch ist und Menschen zu viel Fleisch essen, dann wird es zum "Gift". Dann wird Fleisch in doppelter Hinsicht zum Problem:

  1. Die Natur leidet unter zu hohem Fleischkonsum, weil durchschnittlich 9 Pflanzenkalorien aufgewendet werden müssen, um eine Fleischkalorie daraus zu veredeln. 40 Prozent der globalen Getreideproduktion gehen als Tierfutter in die Fleischproduktion, ein Drittel der Landmasse der Erde wird für die Fleischproduktion benötigt. Salopp ausgedrückt: Viel Fleisch kostet viel Regenwald.

  2. Um den großen Fleischhunger stillen zu können, müssen Tiere in industriellen Anlagen unter ethisch fragwürdingen Bedingungen gehalten werden. Ohne das Thema mit widerlichen Details auszubreiten: Schweine – die doch nasenbedingt so gerne wühlen ;) – auf Spaltböden, 30 Hühner pro Quadratmeter oder überzüchtete Milchkühe mit Euterentzündung müssen immer schneller wachsen, also Biomasse produzieren, damit die Produzenten auf dem globalen Fleischmarkt konkurrenzfähig bleiben. Es geht darum, Fleisch noch billiger anbieten zu können. Die Haltungsbedingungen der Tiere sind dabei nicht gesellschaftsfähig: Mastanlagen sind wie Festungen gesichert, die Öffentlichkeit darf nicht sehen, wie ihr Nahrungsmittel hergestellt wird.

Was tun?! Weniger Fleisch essen! Und im Zuge dessen am besten gleich jenes, das aus tiergerechter Haltung stammt. Wir sagen dazu: Weniger Fleisch, mehr Respekt!

Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Fleisch im Discounter ist billig, und man soll schon nicht mehr so viele Flugreisen machen, den Müll trennen und Fairtrade-Kaffee trinken. Die Kapazitäten, um die Welt zu retten, sind begrenzt.

Deshalb, und weil wir ohnehin nicht an die Wirkung des erhobenen Zeigefingers glauben, versucht MeinekleineFarm.org mit ein wenig Humor und Augenzwinkern, die Menschen anzuregen, ihr Fleischkonsumverhalten zu ändern. Wir zeigen den Menschen wo ihre Wurst herkommt. Nicht nur stehen die Adresse des Bauern und des Metzgers auf der Wurst (und der Abstand, also Tiertransportweg zwischen beiden), sondern das Tier selbst ist zu sehen. Auf jeder Wurst ist ein Foto genau des Schweins oder Rinds, aus dem die Wurst gemacht ist. (Die Tiere werden einzeln verarbeitet.)



So geben wir Fleisch ein Gesicht

Wir hoffen, dass die Menschen, wenn sie ihrer Wurst in die Augen gucken, denken: "Hoppla, dieses Tier esse ich gerade?!". Ja, so ist es. Klar ist das Tier für die Wurst gestorben, aber das ist nicht das Problem. Viel wichtiger ist die Frage: Wie war sein Leben? Und da ist es ein großer Unterschied, ob man als Freilandschwein über den Acker hoppeln durfte oder sich in einem engen Stall auf den Paarhufen stand.

So bekommt der Fleischesser bei MeinekleineFarm.org wieder einen Draht zu seinem Fleisch. Bei Discounterfleisch ist solch eine Transparenz nicht nur nicht denkbar, sondern verdirbt auch den Appetit. Aber durch die direkte Transparenz und das kurze Nachdenken essen die Menschen bewusster und wertschätzender Fleisch. Oder wie wir fordern: Für ein neues BeWurstsein!

Und weil die Tiere in Freilandhaltung langsamer wachsen und dabei mehr Futter fressen, ist die Wurst, wie auch andere Biowurst, teurer. Auch ist der kleine Handwerks-Metzger teurer als ein Schlachthof, der 10.000 Schweine pro Tag schlachtet und in einer Wurstfabrik verarbeiten lässt.

Doch sehr praktisch: Wenn man halb so viel Fleisch isst und doppelt soviel dafür bezahlt, hat man unterm Strich am Ende genauso viel Geld in der Tasche vie vorher. Und das freut nicht nur die Umwelt, sondern auch:

  1. Das Schwein, weil es tiergerecht aufwachsen konnte
  2. Der Bauer, weil er sich gegen Großmastanlagen behaupten kann
  3. Der Metzger, weil er das Überleben seines Handwerks sichern kann

Wie entstand MeinekleineFarm.org?

Dennis Buchmann studierte 2011 an der Humboldt Viadrina School of Governance im Masterstudiengang Public Policy. Bei diesem Studiengang geht es darum, Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu entwickeln, und jeder Student muss im Zuge dieser Frage ein Projekt entwickeln.


Dennis in der NDR-Talkshow 2013

"Zu hoher Fleischkonsum, das ist wahrlich ein gesellschaftliches Problem", dachte er sich – und gab der Wurst ein Gesicht. Das ist in erster Linie Kommunikation. Denn das Schwein "macht" wie immer der Bauer, die Wurst macht der Metzger, und MeinekleineFarm.org gibt ihr ein Gesicht, damit die Menschen wieder beWurster und wertschätzder Fleisch essen. Dennis ist das Chefschwein bei MeinekleineFarm

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