Bauer Henrik Staar aus Rietz-Neuendorf

Im südöstlichen Speckgürtel von Berlin, im beschaulichen Rietz-Neuendorf, bewirtschaftet Bauer Henrik zusammen mit seinem Bruder Michael das Gut Hirschaue. Auf 185 Hektar tummeln sich das ganze Jahr Damhirsche, Rothirsche, Mufflons und Märkische Sattelschweine. Die Märkischen Sattelschweine, die vom Aussterben bedroht sind, werden auf Gut Hirschaue mit Wildschweinen gekreuzt, was den Tieren nicht nur ein unverwechselbares Aussehen verleiht, sondern am Ende auch zu dem einzigartigen Geschmack führt.
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Aufgrund der Wildschweineinkreuzung wachsen die Tiere deutlich langsamer als herkömmliche Hausschweine, der 'Zuchtfortschritt' unserer domestizierten Hausschweinerassen wird um die Hälfte zurück gesetzt. Das Fleisch ist deutlich dunkler als herkömmliches Schweinefleisch und der Eigengeschmack des Fleisches ist deutlich intensiver, was sich auch positiv auf die Wurst auswirkt. Nachteil: deutlich schlechtere Schlachtausbeute, da mehr Knochen und weniger Fleisch, als bei modernen Hausschweinerassen und höherer Futterverbrauch aufgrund des langen Lebens. Deshalb ist die Wurst von Hirschaue auch etwas teurer.
Für das Wohl der Tiere ist rundum gesorgt. Das Futter für die Schweine wird zu 100% auf den eigenen Flächen produziert und lässt keine Wünsche offen. Täglich gibt es frisches Müsli aus der Getreide-Quetsche. Die Schweine werden in die Fruchtfolge (so nennt man das Rotieren der Flächen mit verschiedenen Pflanzen) integriert, wodurch Pflanze und Tier gleichermaßen profitieren. Denn was der Bauer auf dem Acker lässt, ist Futter und Beschäftigung für die Rüsselnasen und Geweihträger. Wenn die Schweine auf den vermeintlich abgeernteten Kartoffelacker dürfen, finden sie mit ihrer feinen Nase jede noch so kleine Kartoffel, die der Erntemaschine entgangen ist. Und was die Tiere am Ende auf dem Feld lassen ist nährstoffreicher Dünger für die Pflanzen, so bleibt auch die Bodenfruchtbarkeit erhalten.
Auch für das Ende eines glücklichen Schweinelebens haben die Brüder eine tolle Lösung gefunden. Auf Gut Hirschaue gibt es nämlich keinen Lebendtransport. Vom Hochsitz aus werden die Tiere stressfrei geschossen und in der hofeigenen Fleischerei verarbeitet. Ein schnelles Ende in der gewohnten Umgebung, das finden wir unterstützenswert!