Rind 2

Rind 2 war etwas aufmüpfig, was vielleicht auch daran lag, dass er der Größte in der Herde war. Da den Bullen bei Bauer Metzger-Petersen die schmerzhafte Enthornung erspart bleibt, ist es allerdings nur bedingt lustig, wenn so ein Jungbulle den Bauern in die Seite "knufft". Rind 2 wollte beim Einstreuen immer "spielen"... Hier auch nochmal, wie bei Rind 1, die "Grundsatzrede" von Bauer Metzger-Petersen zu der Frage, warum man vom Käsehof Backensholz Rindfleisch kaufen sollte: "Die Idee der Produktion von Kalbsfleisch stammt zum einen aus dem erkannten Potential des geschlossenen Nährstoffkreislaufes den wir herstellen, in dem wir wie bei unseren Schweinen die hofeigene Süßmolke aus der Käserei an unsere Tiere weitergeben. Die Molke enthält viel Laktose, Restfette und essentielle Aminosäuren, die in Verbindung mit Heu eine ausgewogene Ernährung für die Bullen darstellt. Dadurch lässt sich ein schmackhaftes und gesundes Fleisch herstellen. Der wesentliche Faktor der mich in der Molkemast bestärkt, ist aber nicht ausschließlich die ökologische Kreislaufwirtschaft, sondern eine ganz und gar unzulänglich wertgeschöpfte Kreatur. Das Bullkalb. Männliche Kälber werden geboren als „ Nebenprodukt“ der Milcherzeugung, denn Jungs geben keine Milch. Folglich kann ein spezialisierter Milchviehbetrieb nichts mit dem Kalb anfangen. Es wird an Kälbermastbetreibe weiterverkauft. Dabei hat ein 2 wöchiges Kalb einen Verkaufswert von ca. 60 €, dem stehen „Produktionskosten“ von mehr als 120€ gegenüber. Dieses Ungleichgewicht belastet die Milchviehbetreibe. Die Kälber gehen dann in den Export. Meist in Holland ansässig, legen die 2-3 Wochen alten Kälber lange strecken zurück um dann als einjähriges Fleisch wieder auf den deutschen Markt zurück zu kommen. Die Aufzuchtbedingungen und die Fütterung, liegt hier fern meiner Kontrolle und so habe ich beschlossen, den Versuch zu unternehmen diese Kälber selbst zu Mästen, so dass ich die Verantwortung für die Bullkälber übernehmen kann. Der Verbraucher kann somit mit einer bewursten Entscheidung dazu beitragen, dass die Kälber nicht mehr quer durch Europa fahren müssen. Dieser Versuch gelingt immer besser, wir sind jetzt dabei einen Stall umzubauen um den „Jungs“ noch mehr Kompfort zu bieten. Ich bedanke mich auch im Namen der Tiere, für den Kauf dieser Produkte. Mit freundlichen Grüßen Jasper Metzger-Petersen"


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